Neue Kinderschuhe


Darauf sollte man achten
Neue Kinderschuhe

Wenn der Schuh drückt, gibt es nicht nur sprichwörtlich ein Problem. Unpassendes Schuhwerk ist unangenehm und schmerzhaft. Für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, sind passende Schuhe auch für die Gesundheit wichtig. Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte, kennt die BARMER GEK.

Die Gesundheit steht im Vordergrund

Ein Forschungsprojekt der Universität Wien zur Fußgesundheit von Kindern zeigte, dass die Schuhe in vielen Fällen deutlich zu klein für die Kinderfüße sind. Zu enge Schuhe sind nicht nur unbequem, sie führen auch zu Fußschäden. Über 60 Prozent der untersuchten Kinder wiesen bereits eine deutliche Schrägstellung der Großzehe auf. Die wirkt sich wahrscheinlich negativ auf Motorik, Gelenke und Wirbelsäule aus.

Für ältere Kinder und Jugendliche spielen oft Farbe und Design der Schuhe eine wichtigere Rolle als die Passform. Sehr beliebt bei jungen Mädchen sind Absatzschuhe. Doch Dr. Utta Petzold, Ärztin bei der BARMER GEK, warnt: „Absätze sind bei Teenagern aus orthopädischer Sicht bedenklich. Die Knochen und das Bindegewebe sind noch weich, verformbar und leiden unter einer Fehlbelastung.“ Durch die Absätze verlagert sich der Schwerpunkt des Körpergewichts auf Fußballen und Zehen. Darunter leidet die natürliche Fußquerwölbung. „Falsches Schuhwerk in frühen Jahren kann später zu Haltungsschäden und Begleitkrankheiten wie Gelenkproblemen, Hüft- und Rückenleiden führen“, so Petzold.

Tipps für den Kauf

Nicht nur für die Eltern ist es schwierig, die Größe der Kinderschuhe richtig einzuschätzen. Vor allem jüngeren Kindern fällt es schwer zu beurteilen, ob ein Schuh passt. Die Wiener Forscher stellten fest, dass mehr als 60 Prozent der Kinder ihre Schuhe als passend bezeichneten, obwohl diese deutlich zu kurz waren. Hinzu kommt, dass die meisten Kinderschuhe nicht richtig ausgezeichnet sind. Rund 97 Prozent sind um mehrere Millimeter kürzer als angegeben. Ein Drittel der Schuhe waren sogar um 3 oder mehr Größen zu kurz.

Die klassische „Daumenprobe“ zum Ermitteln der Schuhgröße ist nicht zu empfehlen, da sie nicht zuverlässig ist. Viele Kinder ziehen instinktiv die Zehen ein, wenn man auf die Schuhkappe drückt. Sinnvoller ist es, die Füße im Geschäft vom Fachmann messen zu lassen. Viele Hersteller bieten außerdem herausnehmbare Innensohlen an, auf denen der Zehenbereich aufgedruckt ist. Alternativ kann man zuhause in Ruhe die Umrisse der Füße auf einen Karton aufzeichnen. Bei der längsten Zehe müssen anschließend mindestens 12 Millimeter Spielraum hinzugefügt werden. Wenn diese Schablone ohne Quetschen in den Schuh passt, stimmt die Größe.

Die Expertin der BARMER GEK rät außerdem, den Schuhkauf auf den Nachmittag zu verlegen. Denn die Füße schwellen im Lauf des Tages an und können sich merklich vergrößern. Bei Grenzgrößen empfiehlt Dr. Petzold, sich eher für die höhere Nummer zu entscheiden.

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